AG ASCHENROT

2021
Audio | Video | Textil | Material-Collage | Installation // holistic patch work Performance

«DIN 18035-5»*

 

Sie gehen über den porigen Boden. Das Rot staubt auf. Es knirscht unter den Sohlen und drückt sich in die Rillen. Ihr Schritt wird schneller. Sie heben im Trab die Knie und atmen aus. Sie brauchen eine Weile, um sich an den Untergrund zu gewöhnen. Dort wo es trocken ist, rutschen sie leicht. Dort wo es nass ist, haben sie Halt. Noch sind Sie hier allein. Mit der Zeit kommen mehr dazu. Sie ziehen, nebeneinander oder hintereinander, die Knie nach oben. Sie denken darüber nach, wann hier das letzte Spiel war. Ob dieses staubige Rot bald durch Grün ersetzt wird. Es dauert eine Weile, um herauszufinden, dass diese roten Krumen Unikate sind. Dass sich diese Körner, die sich in ihre Sohlen bohren – nur hier sind. Sie verbinden sie mit den vergangenen Generationen, dem vergessenen Schweiß und dem weg gewischten Staub. Auch sie schwitzen und ihr Schweiß ist nicht der Letzte auf diesem Platz. Aber ihre Bewegung kommt zuerst.

Abziehen

Walzen

Beregnen

Das Projekt ist eine interaktiv-spontan-partizipative Vor-Ort-Recherche-Performance-Installations-Büro-Arbeit. Das Büro in der Dinslakener Innenstadt soll Dialog fördern und dient als Ausgangspunkt der AG Aschenrot. Zwischenstände werden dokumentiert und auf der Website veröffentlicht. Spontane Projekte und Werke werden im Büro ausgestellt: Besucher:innen sind dazu eingeladen in der Neustraße 54 vorbeizuschauen und mit der AG ins Gespräch zu kommen.

Mehr unter:

www.asche-rot.de

*»Wasserdurchlässige, mehrschichtige Sportfläche aus Baustoffgemischen (Gemische aus Gesteinskörnungen) ohne Bindemittel, bestehend aus Tennenbelag, Dynamischer Schicht und ungebundener Tragschicht, die in ihrer Gesamtheit den Oberbau bilden.«

Die AG Aschenrot ist ein kollaboratives Projekt von:

Katharina Mänz:

Katharina Mänz (*1993 in Braunschweig) ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin in den Bereichen Experimental, Video und Performance. Sie schloss ihr Bachelor-Studium 2018 im Bereich Szenische Künste an der Universität Hildesheim ab. Derzeit studiert sie im Master Studiengang Medienkunst und -gestaltung an der Bauhaus-Universität. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einem konzeptuellen Ansatz, der sich durch eine Durchlässigkeit für die Themen, die sich vor Ort finden lassen, auszeichnet. Die so entstehenden Arbeiten sind medial offen und orientieren sich am Prozess. So reicht die Spannweite von Intervention im öffentlichen Raum, Klangcollage, Animation bis zu Projection Mapping.

 

Lea Bredenbals: 

Lea Bredenbals (*1999 in Bielefeld) studiert Freie Kunst in Weimar. Ihr Interesse gilt den Wechselwirkungen verschiedener Phänomene, ihrer Umgebung und ihren Einflüssen auf den Körper. Dabei setzt sie sich intuitiv mit ihren subjektiven Wahrnehmungen und Erfahrungen auseinander: Kleidung auf der Haut, Räume, in denen man sich bewegt, Essen, das wir aufnehmen. Durch Perspektivwechsel können konstruierte Anschauungen auf Gewohntes aufdecken und so zu neuen Sichtweisen führen.

 

Lars Blum

Lars Blum (*1991 in Oberhausen) arbeitet mit raumbezogenen Installationen, Skulpturen und intermedial zwischen Sound, Textil, Projection Mapping und temporärer Architektur.

Ausgangspunkte seiner Arbeiten sind meist ein körperliches Denken, ein Vertrauen auf intuitive Prozesse und die eingehende, kritische Reflexion und Integration neuer Erfahrungen gemeinsam mit Anderen zeitweisen Verbündeten. Aktuell studiert er im Diplom-Studiengang Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar.




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